12.12.2011 Unisex-Tarife machen die Absicherung teurer
In einer ersten Studie wurde ermittelt, wie teuer die von der EU geforderten Unisex-Tarife bei Versicherungen wirklich werden. Betroffen sind voraussichtlich alle Kundengruppen.
Das britische Forschungsinstitut Oxera hat im Auftrag der Deutschen Versicherungswirtschaft die Konsequenzen der Tarifvereinheitlichung untersucht und die Ergebnisse lassen viele Kunden aufschrecken. Drei Erhöhungs-Schwerpunkte wurden im Rahmen der Studie aufgedeckt.
Risiko-Lebensversicherungen für Frauen könnten mindestens 30 % teurer werden. Grund hierfür ist, dass Männer mit ihrer höheren Sterbewahrscheinlichkeit nicht mehr durch entsprechend höhere Prämien berücksichtigt werden dürfen.
Männer müssen bei Rentenversicherungen mit einer Reduzierung ihrer Renten um 5 % rechnen. Derzeit erhalten Frauen in der Rentenversicherung zwar bei einem Frauentarif weniger Rente als Männer, da sie aber länger leben, gleicht sich das wieder aus. In Zukunft entstehen neue Ungerechtigkeiten, weil durch die Neuregelung ein unterschiedlicher lebenslänglicher Nutzen entsteht.
Jüngere Frauen haben mit bis zu elf Prozent teureren KFZ-Versicherungsprämien zu rechnen mit denen sie das erhöhte Risiko männlicher Fahranfänger mitbezahlen.
Die geschlechtsspezifische Kalkulation von Versicherungsverträgen wird ab 21. Dezember 2012 nicht mehr zulässig sein. Es bleibt also noch ein Jahr Zeit für den Feinschliff der Versicherungsprodukte und weitere Studien sollen auch noch folgen.
Von der Versicherungswirtschaft schlägt der EU zur Neuregelung weitreichende Kritik entgegen, da wesentliche Produktmerkmale und Eigenheiten der Versicherungsnehmer künftig nicht mehr berücksichtigt werden.
Quelle: http://www.versicherungsjournal.de