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Beitragsfreistellung

Die Beitragsfreistellung bei einer Lebens- oder Rentenversicherung ist eine vertraglich geregelte Option. Sie ermöglicht es, über eine kurze oder langfristige Dauer die Beitragszahlungen einzustellen. In der Regel ergibt sich diese Option erst, sobald die Versicherung einen gewissen Mindest-Rückkaufwert erreicht hat, dessen Höhe vom Versicherer abhängt. Die Versicherung wird weiter geführt ohne dass Beiträge gezahlt werden müssen. Der Vorteil ist, dass der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Jedoch wird die vereinbarte Versicherungsleistung auf die verminderte beitragsfreie Versicherungsleistung angepasst. Bei Vertragsende (Tod oder Erlebensfall) wird daher zwar weniger, aber immer noch Geld ausgezahlt. 

 

Antrag auf Beitragsfreistellung

Der Versicherungsnehmer kann die Lebensversicherung auf Antrag beitragsfrei stellen lassen. Das ermöglicht ihm, selbst bei finanziellen Engpässen eine gewisse Grundsicherung, z.B. für die Hinterbliebenen, aufrecht zu erhalten.

Nicht immer ist es dem Versicherungsnehmer möglich, die bei Abschluss des Versicherungsvertrags garantierte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einzuhalten. Wenn der Kunde seinen Zahlungspflichten nicht nachkommt, erfolgt die Beitragsfreistellung durch den Versicherer, sofern genug Deckungskapital vorhanden ist. Beantragt der Versicherungsnehmer selbst die Freistellung der an die Versicherung zu zahlenden Beiträge, muss er darauf achten, den Vertrag nicht zu kündigen. Eine Wiederaufnahme des Vertrags zu einem späteren Zeitpunkt ist dann nicht mehr möglich. 

 

Nachteile der Beitragsfreistellung

Wird die Option der Beitragsfreistellung wahrgenommen, geht das mit einer Verringerung der Leistungen bei Eintritt eines Versicherungsfalls einher. In der Folge fällt die bei Abschluss der Versicherung vereinbarte Ablaufleistung niedriger aus, da durch die ausbleibenden Beiträge weniger Kapital einfließt. Ebenso können wichtige Zusatzversicherungen (z.B. beim Unfalltod oder Berufsunfähigkeit) wegfallen. Doch eine Freistellung der an die Versicherung zu zahlenden Beiträge kann weitere Nachteile mit sich bringen. Beispielsweise fallen meistens Stornogebühren und laufende Verwaltungskosten an, was sich negativ auf die Beitragsrendite auswirkt. Auch steuerlich birgt die Beitragsfreistellung Nachteile: Um später von Steuervergünstigungen profitieren zu können, müssen mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die Versicherung eingezahlt werden. 

Eine Beitragsfreistellung kann somit gegebenenfalls die finanzielle Vorsorge gefährden. Bei finanziellen Engpässen ist es lohnenswert, über eine Beleihung oder einen Verkauf der Versicherungen nachzudenken.

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