Lexikon

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Policen, die Arbeitnehmer abschließen können. Sollte nämlich der Fall eintreten, dass er nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, zahlt ihm die BU eine Rente, welche die Einkommensverluste ausgleichen soll. Eine solche Police übernimmt damit eine existenzielle Schutzfunktion, solange der Arbeitnehmer unter seiner Berufsunfähigkeit zu leiden hat.

 

Welche Risiken deckt Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Die Notwendigkeit einer BU-Versicherung lässt sich statistisch nachweisen: Jeder vierte Angestellte und jeder fünfte Arbeiter wird vor Erreichen des Rentenalters dazu gezwungen, aus gesundheitlichen Gründen die sowohl psychischer als auch physischer Natur sein können, die Arbeit auf Dauer niederzulegen. Typische Beispiele sind Bandscheibenvorfall und Burn-Out-Syndrom. Berufsunfähigkeit kann aber auch die Folge eines Unfalls sein.

Von der Berufsunfähigkeit ist die Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit (manchmal auch als gesetzliche Berufsunfähigkeit bezeichnet) zu unterscheiden. Während die BU auf die Ausübung eines bestimmten (des erlernten) Berufes abzielt, wird von einer Arbeitsunfähigkeit erst dann gesprochen, wenn der Arbeitnehmer gar keiner Tätigkeit mehr nachkommen kann. Von staatlicher Seite gibt es ab diesem Punkt eine Erwerbsunfähigkeitsrente, die aber in der Regel nicht dazu ausreicht, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Zu den Voraussetzungen zählt zudem noch, dass der Arbeitnehmer weniger als 3 Stunden pro Tag einer geregelten Tätigkeit nachgehen kann. Dies muss auch von einem Arzt nachgewiesen werden. Eine Berufsunfähigkeit muss hingegen nur 50 % betragen, damit die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt. Wer eine Versicherung für Berufsunfähigkeit beantragen möchte, muss jedoch mit einer Gesundheitsprüfung rechnen. 

 

Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombiverträgen

BU-Policen werden sehr oft in Kombination mit kapitalbildenden Lebensversicherungen angeboten. Dadurch wird ein doppelter Schutz erzielt, der gleich zwei Lebensphasen finanziell absichert: Erwerbsleben und Rente. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum Erreichen des Rentenalters zahlt. Ab diesem Zeitpunkt kommt dann die kapitalbildende Lebensversicherung zum Tragen, da nun deren Ablaufleistung fällig wird. Damit wird der gewohnte Lebensstandard während und nach dem Erwerbsleben abgesichert. Kombiverträge eignen sich vor allem für Erwerbstätige, die bislang noch keine - möglicherweise lukrativere - Form der Altersvorsorge haben. 

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