Lexikon

Bezugsrecht

Das Bezugsrecht regelt bei einer Versicherung, wer die Leistung, die sich aus dem Vertrag ergibt, erhalten soll. Vor allem im Bereich der Lebensversicherungen spielt die Bezugsberechtigung daher eine wichtige Rolle. Diese wird durch den Versicherungsnehmer bei Beantragung der Versicherung festgelegt. Üblicherweise ist als Bezugsberechtigter, je nach Versicherungsfall, der Versicherungsnehmer selbst benannt. Abweichend davon kann das Bezugsrecht auch auf andere Personen übertragen werden. Ein Anspruch entsteht, sobald der vertraglich geregelte Versicherungsfall eingetreten ist. Dies kann der Todesfall, das Erleben das Versicherungsablaufs oder auch der Eintritt eines versicherten Ereignisses sein.

 

Bezugsrecht bei Lebensversicherungen

Bis auf einige Ausnahmen hat der Versicherungsnehmer, der zumeist auch die Prämien zahlt, Anspruch auf die Leistungen aus einer Versicherung. Eine Ausnahme bilden die Haftpflichtversicherungen, bei denen die Leistungen prinzipgemäß an zuvor geschädigte Dritte gehen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Versicherungen, bei denen es nur sinnvoll ist, andere Personen als Bezugsberechtigte festzulegen. Die Lebensversicherung ist hierfür das beste Beispiel, wenn sowohl über eine kapitalbildenden oder eine Risikolebensversicherung der Tod des Versicherungsnehmers versichert werden soll. In der Regel wird das Bezugsrecht auf die Hinterbliebenen, Verwandte oder Familienangehörige festgelegt. Das Bezugsrecht kann aber auch als Sicherheit auf Dritte übertragen werden, wenn eine Verpflichtung besteht, die Leistungen aus dem Versicherungsvertrag im Versicherungsfall einem anderen zukommen zu lassen, z.B. bei einem Hypothekendarlehen oder Policendarlehen. 

 

Widerruflichkeit und Unwiderruflichkeit

Das Recht auf Bezug von Versicherungsleistungen kann vom Versicherungsnehmer widerruflich oder unwiderruflich festgelegt werden. Ein unwiderruflich erteiltes Bezugsrecht bedarf eines gesonderten ausdrücklichen Vermerks. In der Folge darf es ohne die ausdrückliche Zustimmung des Bezugsberechtigten nicht mehr verändert werden. Die Erteilung eines unwiderruflichen Bezugsrechts stellt jedoch eine Minderheit dar. Die Regel ist die Erteilung der widerruflichen Variante. Das heißt, dass der Versicherungsnehmer jederzeit die Möglichkeit hat, das Bezugsrecht wieder zu ändern. Dafür muss dem Versicherer lediglich eine entsprechende Erklärung vom Versicherungsnehmer zugehen. Stirbt der widerruflich Bezugsberechtigte, bevor ein Versicherungsfall eingetreten ist, geht das Bezugsrecht automatisch an den Versicherungsnehmer zurück.

 

Weitere Möglichkeiten

Ein anderes Beispiel: Eltern schließen für ihren erwachsen gewordenen Nachwuchs eine Hausratsversicherung ab. Die Eltern sind Versicherungsnehmer und der Sohn oder die Tochter in der ersten eigenen Wohnung ist der Bezugsberechtigte. Gleiches ließe sich beispielsweise auch mit einer Berufsunfähigkeitsversicherungen gestalten, auch hier wird die versicherte Person, also das Kind als bezugsberechtigt im Vertrag eingetragen. 

Zurück zur Übersicht

Alle Begriffe

Abgeltungssteuer Ablaufleistung Abstrakte Verweisung Abtretung Agio Aktuar/Versicherungsmathematiker Allgemeine Versicherungsbedingungen Altersangabe Anwartschaftsdeckungsverfahren Arglistige Täuschung Ausbildungsversicherung Aussteuerversicherung Beitragsfreistellung Beitragsrückerstattung Berufsunfähigkeitsversicherung Besteuerung von Lebensversicherungen Betriebliche Altersvorsorge Bewertungsreserven Bezugsrecht Bindefrist Deckungskapital Deckungsrückstellung bei der Lebensversicherung Deckungsstock Direktversicherung Disagio Dynamik bei Lebensversicherungen Eigenmittel eines Versicherers Entgeltumwandlung Erlebensfall Fair Value Fondsgebundene Lebensversicherung Garantiezins bei Lebensversicherungen Gehaltsumwandlung Gesundheitsprüfung Gruppenversicherung Kapitalertragssteuer Kapitallebensversicherung Kündigungsfrist Leibrente Nachversicherung Novation Ombudsmann Ratenkredit Rechnungszins Rendite Rentengarantiezeit Rentenversicherung Restlaufzeit Restschuldversicherung Rückkaufswert Rückstellung Selbstbehalt Sicherungsvermögen Sofortrente Solidaritätszuschlag Solvency II Sonderausgabenabzug bei Lebensversicherungen Sterbegeldversicherung Sterbetafel Todesfallschutz nach Verkauf einer Police Todesfallversicherung Verbundene Risikolebensversicherung Verpfändung Versicherungsaufsicht Versicherungsleistung Versicherungsmakler Versicherungsnehmer Versicherungspolice Versicherungsprämie Versicherungssumme bei Lebensversicherungen Versicherungsvertrag bei Lebensversicherungen Vertragsende Vorsichtsprinzip Vorvertragliche Anzeigepflicht Wirtschaftsauskunftei Überschussbeteiligung