Lexikon

Deckungsstock

Der Deckungsstock wird heute auch als Sicherungsvermögen bezeichnet und stellt einen Teil der Aktiva von einem Versicherungsunternehmen dar, mit dem die Ansprüche der Versicherungsnehmer im Falle einer Insolvenz gesichert werden sollen. Die Einrichtung eines Sicherungsvermögens ist nach europäischem Recht für Versicherungsunternehmen Pflicht. Der Deckungsstock kann auch als Vorläufer des Sicherungsvermögens bezeichnet werden, wobei die Vorschriften in Deutschland ähnlich waren. Anfang 2004 wurde der Deckungsstock dann durch das Sicherungsvermögen abgelöst. Heute werden beide Begriffe meist synonym verwendet.

 

Bedeutung des Deckungsstocks bzw. des Sicherungsvermögens

Das Sicherungsvermögen dient vor allem der Absicherung von Versicherungsnehmern. Sollte dem Versicherungsunternehmen einmal die Insolvenz drohen, so werden die Ansprüche der Versicherungsnehmer aus dem Sicherungsvermögen befriedigt. Deswegen wird es auch stets von einem Treuhänder überwacht, der allen Verfügungen über das Sicherungsvermögen zustimmen muss. Entnahmen sind beispielsweise nur dann möglich, wenn ein gleichwertiger Vermögensgegenstand dem Vermögen zugeführt wird. 

Höhe des Sicherungsvermögens

Die Zusammensetzung des Sicherungsvermögens lässt sich in sechs Positionen gliedern:  

  1. Beitragsüberträge 
  2. Deckungsrückstellungen 
  3. Rückstellungen für laufende Versicherungsfälle sowie für Rückkäufe, erfolgsunabhängige Beitragserstattungen und unverbrauchte Beiträge aus ruhenden Verträgen 
  4. Bestimmter Teil an Rückstellungen für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattungen 
  5. Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungsnehmern 
  6. Als Prämien eingenommene Beträge, die erstattet werden müssen, falls ein Versicherungsvertrag nicht zustande kommen sollte 

 

Vorschriften für Sicherungsvermögen

Damit das Sicherungsvermögen ständig der Summe der oben genannten Posten entspricht, sind ihm laufend Beiträge zuzuführen. Im Falle eines geringeren Wertes sind dem Sicherungsvermögen umgehend Mittel zuzufügen, die den Fehlbetrag ausgleichen. Darüber hinaus ist das Sicherungsvermögen gesondert von anderen Vermögenswerten zu verwalten. Werden die Beiträge investiert, so darf dies nur im Rahmen qualifizierter Kapitalanlagen geschehen, die deckungsstockfähig sind. Die Kriterien sind in § 54 VAG sowie §§ 1 ff. AnlV festgelegt. 

 

Deckungsstock und Pfandbrief

Auch Pfandbriefe werden über einen Deckungsstock abgesichert. Dies geschieht vor allem in Folge zurückliegender Finanzkrisen. Die Deckungsmasse besteht zumeist aus Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand. 

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