Lexikon

Direktversicherung

Die Direktversicherung ist einer der fünf Wege zur Durchführung der betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber schließt für den Arbeitnehmer einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag ab. Als Bezugsberechtigter gelten der Arbeitnehmer als Versicherter und dessen Hinterbliebene. Die Direktversicherung muss bei einem in Deutschland zugelassenen Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden. Die Auswahl des Versicherers ist Sache des Arbeitgebers, da er Versicherungsnehmer des Vertrages ist. Dieser ist infolge dessen aber auch dafür verantwortlich, dass die versprochenen Zusagen aus der Versicherung eingehalten werden. Über die Direktversicherung können zudem Renten-, Berufsunfähigkeits- und Unfallzusatzversicherungen abgeschlossen werden. 

 

Vorteile und Merkmale

Ein Vorteil der Direktversicherung besteht darin, dass sie im Falle eines Arbeitgeberwechsels Bestand hat. Der neue Arbeitgeber kann den Vertrag also für den Arbeitnehmer fortführen, verpflichtet ist er dazu jedoch nicht. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer in den Vertrag als Versicherungsnehmer eintreten und die Beiträge selbst weiter zahlen.

Die staatliche Förderung dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge erfolgt über die Versteuerung der Beiträge. Die Beiträge zur Direktversicherung sind bis zu einer Höhe von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei. Dies gilt jedoch nur für Verträge, die seit dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Hinzu kommt ein Betrag von 1.800 Euro, der jedoch nur steuer- nicht aber sozialversicherungsfrei ist. Auszahlungen, also die späteren Rentenleistungen oder eine einmalige Kapitalauszahlung sind in voller Höhe zu versteuern.

Die betriebliche Altersvorsorge als Direktversicherung bietet privat krankenversicherten Arbeitnehmern den Vorteil, dass sie während der Auszahlphase keine Beträge an die Krankenversicherung abführen müssen. Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen den vollen Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

 

Unterschiede zur kapitalbildenden Lebensversicherung

Gegenüber der privat abgeschlossenen kapitalbildenden Lebensversicherung besteht bei der Direkt-Lebensversicherung noch ein wichtiger Unterschied: Wird die Lebensversicherung als Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen, ist es dem Arbeitnehmer grundsätzlich nicht möglich, vor Erreichen des Rentenalters einseitig über das Guthaben zu verfügen. Daher kann diese nicht wie eine normale Lebensversicherung gekündigt, abgetreten, beliehen oder verpfändet werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, sofern die finanzielle Situation dies erforderlich macht.

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