Lexikon

Garantiezins

Garantiezins beschreibt die Mindestverzinsung, die auf die Sparanteile der Versicherungskunden gewährt werden muss. Anwendung findet dieser Zinssatz bei kapitalbildenden Lebensversicherungen und Rentenversicherungen. 

 

Wie wird der Garantiezins berechnet?

Die Höhe des Garantiezinses kann jährlich neu festgelegt werden. Sie orientiert sich am arithmetischen Mittel zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland und darf maximal 60 Prozent dieser durchschnittlichen Rendite ausmachen. Als zuständige Aufsichtsbehörde der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entscheidet das Bundesfinanzministerium über die Höhe des Garantiezinses. Da der Garantiezins der Lebensversicherung sich auf den Sparanteil der Beitragszahlungen bezieht, werden Betriebs- und Verwaltungskosten sowie die Kosten für den Todesfallschutz bei der Berechnung der garantierten Versicherungssumme nicht berücksichtigt.

 

Welchen Nutzen hat der Garantiezins?

Der Garantiezins der Lebensversicherung beziehungsweise der Rentenversicherung gilt über die gesamte Vertragslaufzeit. Er ermöglicht es der Versicherung, dem Kunden die garantierte Versicherungssumme bzw. Ablaufleistung zum Ende des Vertrags zu garantieren. 

 

Veränderung des Garantiezinses

Beim Abschluss eines Versicherungsvertrags gilt immer der aktuelle Garantiezins. So erhalten Kunden, welche ihre Lebensversicherung 1994 abgeschlossen haben, bis zum Vertragsende 4 Prozent. Auch wenn der Garantiezins sich im Laufe der Jahre ändert, so sind Altverträge davon nicht betroffen. Neuverträge werden gewöhnlich mit aktuellem und derzeit geringerem Garantiezins abgeschlossen. 

 

Gesamtleistung der Versicherung bei Fälligkeit der Police

Während der Vertragslaufzeit erhält der Versicherungsnehmer die laufende Überschussbeteiligung. Sie ist sehr variabel, da sie jährlich neu festgelegt wird. Der Versicherungsnehmer profitiert von den Überschüssen, welche die Versicherung am Kapitalmarkt erwirtschaftet. Bei Ablauf des Versicherungsvertrags erhält der Kunde zusätzlich zur garantierten Ablaufleistung und der bereits zugeteilten Überschussbeteiligung eine nicht garantierte Schlussüberschussbeteiligung, die im Gegensatz zur laufenden Überschussbeteiligung erst gegen Ende des Vertrags festgelegt wird. 

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