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Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung findet vor allem im Bereich der Personenversicherungen Anwendung und soll den gesundheitlichen Zustand des potenziellen Kunden feststellen, welcher wiederum für die Risikokalkulation herangezogen wird. Versicherer möchten auf diese Weise feststellen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Leistungsfall bei den jeweiligen Kunden ist. Das Ergebnis einer solchen Prüfung wirkt sich direkt auf den Vertrag bzw. die vertraglichen Konditionen aus, dort insbesondere auf die zu zahlenden Prämien. Bei einem negativen Ergebnis kann es aber auch vorkommen, dass der Versicherungsvertrag komplett abgelehnt oder nur mit Einschränkungen angenommen wird.

 

Ablauf einer Gesundheitsprüfung

Prüfungen der Gesundheit von versicherten Personen finden vor allem bei Krankenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und Risikolebensversicherungen Anwendung und sind dort Voraussetzung zur Annahme eines Versicherungsvertrages. Die Prüfung selbst kommt in Form eines Fragebogens, der wahrheitsgemäß ausgefüllt werden muss. Versicherte Personen können sich diesen Fragebogen auch zuschicken lassen, um ihn bei Unsicherheiten beispielsweise gemeinsam mit dem Hausarzt auszufüllen. Im Rahmen der Gesundheitsprüfung verlangen viele Versicherer zudem eine Schweigepflichtsentbindung für behandelnde Ärzte, um die Korrektheit der Angaben überprüfen zu können. 

Machen potenzielle Kunden bei der Prüfung falsche Angaben, kann dies schwerwiegende Konsequenzen bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes nach sich ziehen. Je nach Ausgangssituation kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten oder diesen kündigen. Sollten grob fahrlässige Fehler gemacht worden sein, kann der Vertrag aber auch zu veränderten Konditionen - meist zum Nachteil des Versicherten - weitergeführt werden. 

 

Mögliche Ergebnisse der gesundheitlichen Prüfung

Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, die je nach Gesundheitszustand des potenziellen Kunden in Betracht gezogen werden können:

  1. Der Antrag wird bei einwandfreiem gesundheitlichem Zustand des Antragstellers ohne Einschränkungen angenommen.
  2. Liegen gesundheitliche Einschränkungen vor, kann der Antrag zu einem höheren monatlichen Beitrag angenommen werden. Die Police wird also teurer.
  3. Bestimmte Erkrankungen werden vom Leistungsspektrum ausgenommen. Tritt also ein Versicherungsfall ein, der auf einer dieser Krankheiten beruht, muss die Versicherung nicht leisten.
  4. Der Antrag wird vom Versicherer ganz oder teilweise abgelehnt. Eine teilweise Ablehnung kann beispielsweise bei Kombiprodukten vorkommen. Beispiel: Lebensversicherung mit kombinierter Berufsunfähigkeitsversicherung, wobei letztere auf Basis der Gesundheitsprüfung abgelehnt wird.
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