Lexikon

Novation

Von einer Novation in Bezug auf Lebensversicherungen wird gesprochen, wenn an einem bestehenden Vertrag wesentliche Änderungen vorgenommen werden. Dies kann wiederum zu einer anderen steuerlichen Behandlung führen, denn die Veränderungen am Vertrag werden in diesem Sinne als Neuabschluss angesehen. Die aktuelle Rechtsprechung kennt verschiedene Fälle einer Novation. 

 

  1. Verkürzung der Laufzeit: Dies kann zu einem Verlust der steuerlichen Vorteile führen, wenn der Vertrag vor dem Ablauf von 12 Jahren verkürzt wird. Auch wenn eine Restlaufzeit von weniger als 12 Jahren bleibt, kann dies zu Nachteilen bei der Besteuerung führen. 
  2. Verlängerung der Laufzeit: Hier wird von einer Novation gesprochen, wenn bei gleichen Beiträgen die garantierte Ablaufleistung ansteigt. 
  3. Dynamisierung und Beitragserhöhungen: Sowohl eine nachträglich eingefügte Dynamisierung als auch eine nicht vor Vertragsschluss vereinbarte Beitragserhöhung können beide zu einer Novation führen. Bei der Dynamisierung handelt es sich um eine sukzessive Anpassung der Beiträge analog zum aktuellen Inflationsniveau. Die Beiträge steigen also langsam Jahr für Jahr an. 
  4. Zuzahlungen: Zuzahlungen: Wird die Laufzeit durch eine Zuzahlung verkürzt oder die Versicherungsleistung erhöht, kann daraus eine Novation resultieren. Voraussetzung ist, dass die Mindestlaufzeit von 12 Jahren unterschritten wird oder es bei den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten zu wesentlichen Änderungen kommt. 
  5. Wiederinkraftsetzung: Wird ein Lebensversicherungsvertrag, der mehr als zwei Jahre ruhte, wieder in Kraft gesetzt, so wird auch das als Novation angesehen. 

Durch eine Novation kann also die steuerliche Vorzugsbehandlung gefährdet werden. Bei sich ändernden Lebensumständen (Heirat, Nachwuchs, berufliche Karriere, Todesfall) sollte vor einer Änderung daher ermittelt werden, ob die Voraussetzungen für eine Novation im Sinne der Steuergesetzgebung dadurch erfüllt werden. 

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