Lexikon

Rentengarantiezeit

Die Rentengarantiezeit gehört zu den möglichen Sondervereinbarungen, die im Rahmen einer Rentenversicherung abgeschlossen werden können. Ihr Zweck besteht im Wesentlichen darin, dem Versicherungsnehmer bzw. einer von ihm bestimmten Person die Rentenzahlung für einen vorher festgelegten Zeitraum zu garantieren. Die Rente wird auch dann noch ausgezahlt, wenn der Versicherungsnehmer selbst bereits früher verstirbt.

 

Funktion der Rentengarantiezeit

Die Garantiezeit ist eine Sondervereinbarung wie beispielsweise auch das Kapitalwahlrecht oder die Beitragsrückgewähr. Mit ihr soll sichergestellt werden, dass es auf jeden Fall zu einer Rentenzahlung kommt, und zwar unabhängig davon, ob der Versicherungsnehmer diese Zahlungsphase erlebt oder nicht. Die Auszahlung der Rente beginnt wie üblich bei Erreichen des Rentenalters. Danach wird die Zahlung unabhängig vom Erlebensfall fortgesetzt. Verstirbt der Versicherungsnehmer vor Ablauf der Auszahlungsphase, gehen die Zahlungen an eine von ihm bestimmte Person. Diese Person kann, muss aber nicht, der Ehegatte sein. Wichtig ist, dass sie im Vertrag genannt wird. Hier zeigt sich auch ein wichtiger Vorteil gegenüber der Rentengarantiezeit bei der Riester-Rente. Dort kann nämlich eine Rückerstattung der Förderbeiträge verlangt werden. 

Dadurch wird deutlich, dass sich diese Sondervereinbarung vor allem zum Zwecke des Hinterbliebenenschutzes eignet. Es ist für die Zahlung unerheblich, ob der Versicherungsnehmer kurz nach Eintritt der Auszahlungsphase verstirbt oder erst kurz vor deren Ende die Rente wird in jedem Fall weiter bezahlt. Je nach Versicherung und Tarif kann die Auszahlung weiterhin in Rentenform oder als einmaliger Kapitalbetrag an die bezugsberechtigte Person ausgezahlt werden. 

 

Garantiezeit im Erlebensfall

Sobald die Garantiezeit abgelaufen ist, wird im Erlebensfall auch weiterhin eine Leibrente gezahlt. In der Regel bis zum Lebensende des Versicherungsnehmers. Es erfolgen jedoch keine weiteren Zahlungen über den Tod der versicherten Person hinaus. Bei einigen Angeboten können Versicherungsnehmer erst kurz vor Beginn der Rentenzeit selber entscheiden, ob die Rente zunächst als garantierte Rente oder als Leibrente ausgezahlt werden soll.

Die Rentengarantiezeit ist vor allem dann eine sinnvolle Option, wenn der Versicherungsnehmer sichergehen möchte, dass seine Beiträge bei einem sehr frühen Ableben nicht verloren sind und stattdessen den Hinterbliebenen zugutekommen. Die Rentengarantiezeit kann, je nach Versicherung und Tarif, mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte andauern. Maßgeblich hierfür ist die statistische Lebenserwartung der versicherten Person. 

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