Lexikon

Restlaufzeit

Die Restlaufzeit von einer Lebensversicherung gibt an, wie lange der Vertrag noch regulär läuft und der Versicherungsnehmer bzw. Begünstigte noch warten muss, bis er die Ablaufleistung in Empfang nehmen kann. Versicherungsnehmer, die mit dem Gedanken spielen, ihre Police zu verkaufen, sollten dem Faktor Restlaufzeit erhöhte Aufmerksamkeit schenken, denn dieser ist für Ankäufer von Lebensversicherungen entscheidend. 

 

Welche Rolle spielt die Restlaufzeit beim Verkauf einer Lebensversicherung?

Wer beabsichtigt, seine Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt zu verkaufen, sollte dabei auch die verbleibende Laufzeit berücksichtigen, weil diese für den Käufer eine entscheidende Rolle spielt. Denn grundsätzlich gilt, dass Lebensversicherungen mit einer zu langen Restlaufzeit nicht gekauft werden. Wie lange der noch verbleibende Zeitraum maximal sein darf, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Junge Policen, die erst wenige Jahre laufen, haben demnach eher schlechte Chancen auf dem Zweitmarkt. Denn Unternehmen, die Policen ankaufen, führen den Vertrag bis zum Ende regulär weiter.

Käufer von kapitalbildenden Lebensversicherungen gehen bei einem solchen Geschäft deshalb ein Risiko ein, das umso größer ist, je länger die Restlaufzeit noch ist Zu viele Faktoren können sich im Laufe der Zeit auf die Police und deren Ablaufleistung auswirken. Ein gutes Beispiel hierfür sind die sinkenden Überschussbeteiligungen, die während der letzten Monate immer wieder Gegenstand medialer Berichterstattung gewesen sind. Niemand kann über längere Zeit voraussehen, wie sich der Kapitalmarktzins entwickeln wird. Selbst über vergleichsweise kurze Zeiträume sind Voraussagen nur schwer möglich. 

 

Verkauf als Alternative prüfen

Viele Versicherer sind in letzter Zeit bei ihren Kunden in Verruf geraten, weil die Überschussbeteiligungen sinken und die Renditen geringer ausfallen, als es ursprünglich versprochen wurde. Dennoch ist die Kündigung des Vertrages in den meisten Fällen der teuerste Weg. Hier wird nur der aktuelle Rückkaufswert geboten, der deutlich unterhalb der Ablaufleistung liegt und bei jungen Policen oftmals noch nicht einmal die Summe der eingezahlten Beiträge wieder aufwiegt. Der Verkauf der Police sollte also in jedem Fall geprüft werden. 

Sind es hingegen nur noch wenige Jahre Laufzeit, stehen die Chancen deutlich besser. Auch der Rückkaufswert ist entsprechend höher, wodurch sich ein Policendarlehen als Alternative anbietet, wenn dringend Geld benötigt wird. Auch hier gibt es am Zweitmarkt Anbieter, welche die Police als Sicherheit akzeptieren und Kredite zu äußerst günstigen Konditionen vergeben. Schließlich leiht man sich bei einem solchen Darlehen vom Prinzip her nur Geld, das einem ohnehin schon gehört. Der Schutz bleibt dabei erhalten und die Altersvorsorge geht nicht verloren.

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