Lexikon

Versicherungsvertrag bei Lebensversicherungen

Der Versicherungsvertrag wird zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer geschlossen. Gegenstand des Vertrages ist das Versicherungsverhältnis, welches dem Versicherungsnehmer gegen Entgelt eine bestimmte Leistung zusichert, sobald ein ebenfalls im Vertrag festgehaltener Versicherungsfall eintritt. In Bezug auf Lebensversicherungen ist dies in der Regel das Erreichen eines bestimmten Alters oder der Todesfall. Die Kriterien, nach denen ein Versicherungsvertrag ausgestaltet sein muss, werden in Deutschland durch das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) festgelegt.

 

Wichtige Inhalte des VVG

Das Versicherungsvertragsrecht wurde im Jahr 2008 geändert. Wichtige Neuerungen betreffen vor allem die vorzeitige Auflösung von einem Versicherungsvertrag über eine Lebensversicherung. Eine weitere Änderung betrifft beispielsweise das Recht auf Widerruf. Demnach können Verbraucher einen Vertrag über eine Lebensversicherung innerhalb einer Frist von 30 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Zudem wurde für Versicherungsunternehmen und für deren Vermittler die Pflicht zu einer ausführlichen Beratung festgelegt. Unterbleibt eine solche Beratung, kann der Versicherungsnehmer Schadenersatzansprüche geltend machen. Zum Nachweis muss das Beratungsgespräch dokumentiert werden. 

Sofern das Versicherungsunternehmen Angaben zur künftigen Überschussbeteiligung macht, muss es gemäß Versicherungsvertragsrecht neben der Modellrechnung auch die Auszahlungen angeben, die der Versicherungsnehmer während der nächsten Jahre unter normierten Bedingungen erwarten kann. Wenn der Rückkaufswert ermittelt wird, dann sind bei dessen Berechnung auch die Abschlusskosten (verteilt über 5 Jahre) zu berücksichtigen.

 

Rückkaufswert, Ablaufleistung und Verkauf einer Police

Im Versicherungsvertrag ist natürlich auch festgelegt, welchen Betrag der Versicherungsnehmer erhält, wenn er vorzeitig den Versicherungsvertrag kündigen möchte. Dieser Betrag wird auch als Rückkaufswert bezeichnet und liegt wertmäßig deutlich unterhalb der Ablaufleistung, also dem Betrag, der regulär auszuzahlen wäre. Er ist für die gesamte Vertragslaufzeit vorab zu garantieren. Versicherungsnehmer wissen dadurch stets, welchen Betrag sie erwarten dürfen, sollten sie den Versicherungsvertrag kündigen. Um den Verlust bei einer vorzeitigen Kündigung zu minimieren, empfiehlt sich der Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Auf diesem Wege bleibt der Todesfallschutz erhalten und es wird eine höhere Summe erzielt, da der Vertrag als solcher weitergeführt wird. 

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