EU-Kommission hat Einsehen: PRIIPs kommt später

Verschoben ist nicht aufgehoben - oder? Zumindest bei der Regulierung der Finanzmärkte sind Terminverschiebungen derzeit an der Tagesordnung. Ein Beispiel: Die "Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente" (MiFID II) lässt schon seit geraumer Zeit auf sich warten. Der Grund: Die Richtlinie ist komplex und in manchen Teilen noch nicht ganz ausgereift. Immerhin gibt es mit dem 3. Januar 2018 einen Termin für die Umsetzung.

Etwas weniger Optimismus herrscht bei der Verordnung PRIIPs (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products), denn hier dürfte sich die Dauer an der Länge des Namens orientieren. Die in MiFID II eingebettete Verordnung sollte eigentlich schon im kommenden Januar umgesetzt werden. In der Verordnung geht es darum, wie Finanzinstrumente und Wertpapiere dem Kunden gegenüber beschrieben werden. Zu den Schlüsselgrößen gehört beispielsweise die Risikoklassifizierung, denn diese soll Anlegern dabei behilflich sein, gepackte Anlagenprodukte wie z. B. Fonds oder Lebensversicherungen besser verstehen und miteinander vergleichen zu können. Die Verordnung kann künftig auch vorgeben, welche Wertpapiere und Finanzprodukte Kunden überhaupt empfohlen werden dürfen.

Wunsch versus Wirklichkeit

Der einfache Wunsch nach Vergleichbarkeit lässt sich jedoch nicht so ohne Weiteres umsetzen. Aktien, Aktienindizes und Aktienprodukte befinden sich risikotechnisch mittlerweile auf demselben Niveau wie CFDs. Hier müssen noch diverse Fragen beantwortet und praktikable Lösungen gefunden werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist PRIIPs noch Stückwerk. Immerhin wurde dies vom Europäischen Parlament auch so erkannt, weswegen ein Vorschlag der EU-Kommission für Detailvorschriften mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde. Stattdessen stimmten die Parlamentarier für eine Verschiebung. Hätte es ursprünglich Ende 2016 einen Starttermin geben sollen, so wurde dieser erst einmal verschoben. Eine Entscheidung, der später auch der Rat der EU gefolgt ist.

Kritik kommt auch von BVI

Auch vonseiten des Fondsverbands BVI hatte es Kritik gegeben, der einige Forderungen nach Nachbesserungen folgten. Zwar sollten Fondsgesellschaften den Anbietern fondsgebundener Versicherungen Daten für PRIIPs-Datenblätter liefern, nur wüsste noch niemand, um welche Daten es sich dabei eigentlich handele. Auch die besitzzeitabhängigen Angaben zu Kosten und Wertentwicklung auf die Laufzeit der Versicherung sind weiterhin offen.

Nach Angaben der Börsenzeitung sieht es derzeit so aus, als ob die EU-Kommission die Kritik ernst nimmt und die Frist für PRIIPs um mindestens ein Jahr verschiebt. Das hätte immerhin den Vorteil, dass PRIIPs und MiFID II zur gleichen Zeit eingeführt würden — falls sich keiner der beiden erneut verspätet, versteht sich.

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