Neue Herausforderungen für Versicherer in 2018

War das Jahr 2017 noch das Jahr der Reformen, folgen im laufenden Jahr die entsprechenden Umsetzungen. Zwei Punkte stellen die Lebensversicherer dabei vor besondere Herausforderungen: Digitalisierung und Regulierung, denn beide stellen die Lebensversicherer vor große Aufgaben im Hinblick auf Prozesse, Organisationsformen und Strukturen. Hinzu gesellen sich bereits bekannte Probleme wie niedrige Zinsen und junge Start-ups, die den alteingesessenen Unternehmen zunehmend Konkurrenz machen.

Kraftakt für Versicherer: Umsetzung der Insurance Distribution Directive

Im laufenden Jahr treten diverse Richtlinien und Gesetze in Kraft, die den Versicherern kaum noch Zeit zum Verschnaufen und den Druck für Entscheider wachsen lassen. So trat bereits am 1. Januar 2018 das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Es folgt die europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie Insurance Distribution Directive (IDD), das Investmentsteuerreformgesetz, die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung und Midid II (Markets in Financial Instruments Directive).

Allein die IDD dürfte bereits für genügend Arbeit sorgen, denn die Richtlinie greift in Deutschland aller Voraussicht nach ab dem 23. Februar. Zu erwarten sind weitreichende Auswirkungen auf Beratungs- und Dokumentationsprozesse, Produktentwicklung, Vergütungssysteme, Qualifikation und Weiterbildung von Beratern. Ziel ist es, ein vom Vertriebskanal unabhängiges Schutzniveau zu gewährleisten und europaweit gleiche Wettbewerbsbedingungen zu etablieren.

Experten zufolge seien Unternehmen gut damit beraten, die Umsetzung als interdisziplinäres Projekt mit mehreren Teilprojekten anzugehen, denn neben dem Vertrieb und vor allem der IT werden auch Produktentwicklung, Marketing, Personalwesen und Compliance davon betroffen sein. Welche Geschäftsbereiche konkret von der IDD betroffen sein werden, lässt sich mit einem sogenannten IDD-Healthcheck herausfinden.

Mehr Effizienz durch Robotic Process Automation (RPA)

Eine weitere Herausforderung liegt in der Robotic Process Automation (RPA). Hierbei wird auf Kunden abgezielt, die zwischen den verschiedenen Vertriebskanälen im Hinblick auf Beratung, Verkauf und Betreuung häufig wechseln und hohe Anforderungen an Qualität und Bearbeitungszeit stellen. Die hierfür erforderlichen Investitionen müssen im laufenden Jahr vorgenommen werden. Mit Robotics steht der Branche ein Instrument zur Verfügung, das auf geregelten und standardisierten Prozessen sowie hohen Volumina an Daten beruht. Die Vorteile liegen in einer Kostenersparnis von rund einem Drittel, deutlich schnellere Verarbeitungszeiten und in einer Erhöhung des Automatisierungsgrades bei einer Fehlerquote von 0 Prozent.

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