Provisionsdeckelung im Bereich Leben und Reformbedarf bei ZZR

Im "Marktausblick 2017/2018" ist die Rating-Agentur Assekurata zu der Ansicht gelangt, dass der Gesetzgeber im kommenden Jahr einen Provisionsdeckel einführen könnte. Sollte nämlich die Bafin ihre derzeitige Position beibehalten, sei eine Nachregulierung vonseiten des Gesetzgebers wahrscheinlich. Diese käme mutmaßlich in einer Form, welche jenem Provisionsdeckel der Krankenversicherung ähnlich sei. In der Überlegung sei auch eine Maximalgrenze von 25 Promille enthalten. Diese wurde bereits mit dem Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG) auf kalkulatorischer Ebene für die Anrechnung von Abschlusskosten eingeführt. Laut der Ratingagentur Assekurata zahle die Branche weiterhin rund sieben Milliarden Euro an Abschlusskosten.

Reformbedarf bei Zinszusatzreserve

Laut Einschätzung der Experten entstehe der derzeitige Druck auf die Branche aus dem dringenden Bedarf nach einer Reform der Regelungen hinsichtlich des Aufbaus der Zinszusatzreserve (ZZR). Der Zielaufbau solle zwar unangetastet bleiben, der Reserveaufbau jedoch gleichmäßiger verteilt und die Geschwindigkeit vermindert werden. Derzeit gehe die Finanzierung der ZZR zu Lasten jener Verträge von jüngeren Rechnungszinsgenerationen, da deren Überschussbeteiligung geschwächt werde.

Die Jahre 2017 bis 2021 dürften sich laut Assekurata als besonders belastend für den Ertrag erweisen, auch wenn die Höhe bei den einzelnen Anbietern in erster Linie von der Bestandsstruktur abhängig sei. Die Agentur geht jedoch davon aus, dass für eine Neukalibrierung dieser Art auch eine Gegenleistung gegenüber der Politik fällig werde, weswegen den Abschlusskosten erneut größere Aufmerksamkeit zukäme.

"Game Changer" oder "Rohrkrepierer" – das fragt man sich bei der Assekurata derzeit im Hinblick auf das Betriebsrentenstärkungsgesetz. Viele der Argumente, die diesbezüglich aus dem Analysehaus kommen, lassen eher auf letzteres schließen, da sich die hohe arbeits-, renten- und steuerrechtliche Komplexität der neuen Vorgaben zur betrieblichen Altersversorgung für eine flächendeckende Verbreitung eher als hinderlich erweisen könnte. Diese Verbreitung wäre jedoch nötig, wenn die geplante "Nahles-Rente" auch kleine und mittlere Unternehmen erreichen soll.

Zudem sei es notwendig, dass die Sozialpartnermodelle zur Nahles-Rente auch für Beschäftigte erreichbar werden, die nicht tarifgebunden sind. Bei Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten läge die Tarifbindungsquote bei gerade einmal elf Prozent. Ganz anders sieht es bei Großunternehmen mit mehr als 1.000 Arbeitnehmern aus, denn hier wächst die Quote auf 82 Prozent an. Passgenaue Vorsorgevehikel werde es von den Sozialpartnern für diese Rente wohl keine geben, da bestehende Pensionskassen und Pensionsfonds die "Zielrenten" infolge wirtschaftlich nicht attraktiver Alt-Versorgungen nur verwässern würden.

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