Sinkende Garantien bei den Lebensversicherern

Im Zuge der vergangenen Jahrespressekonferenz des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurde eine erste Bilanz für das zurückliegende Jahr 2017 gezogen. Dabei wurde ersichtlich, dass mehr als die Hälfte der Neugeschäfte auf Produkte mit modifizierten Garantien entfällt.

Modifizierte Garantien lösen "alte Klassik" ab

GDV-Präsident Wolfgang Weiler ist sich sicher, dass die Lebensversicherung ein stabiler Baustein der Altersvorsorge bleiben wird – und das trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase. Die Kunden sind hingegen eher verunsichert, denn viele der ehemals hohen Zinsversprechen können heute nicht mehr eingelöst werden. Auch die hohen Bestandsverkäufe bestärken sie in ihrem Zweifel. Dem müsse man mit Aufklärungsarbeit und einem offenen Umgang gegenüber der Politik entgegentreten, so Weiler. Laut dem Vorsitzenden des GDV-Präsidialausschusses Altersvorsorge und Zukunftssicherung, Dr. Markus Faulhaber, sei ein Bestandsübergang an Run-Off-Gesellschaften nichts, was die Dinge für Kunden zum Schlechten wenden würde. Die Garantien gölten auch weiterhin "ohne Wenn und Aber".

Den niedrigen Zinsen ist auch der Umbau der Lebensversicherungen hin zu Produkten mit modifizierten Garantien zu verdanken. Laut Weiler sei eine Wende hin zu komplett garantiefreien Produkten aber nicht zu befürchten. Vielmehr bezeichnete er den zurückliegenden Umbau als gelungen. Der Anteil an Verträgen der "alten Klassik", die noch einen garantierten Zinssatz bis zum Ende der Laufzeit enthalten, ist derweil auf 40,6 Prozent gesunken. Demgegenüber sei der Anteil neuer Produkte auf knapp 50 Prozent gestiegen. Hiermit ließen sich laut Weiler Planungssicherheit und Renditechancen kombinieren, was von den Kunden so auch nachgefragt werde.

Entwicklung war nicht zu erwarten

Weiler warb außerdem um Verständnis dafür, dass die aktuelle, gegen Null gehende Zinsentwicklung so nicht vorhersehbar gewesen sei. Dies sei vor allem im Hinblick auf die Formulierung von Zinserwartungen vor 20 bis 30 Jahren zu sehen. Auch in diesem Punkt bedürfe es einer Aufklärung, dass sich diese Erwartungen sowohl erfüllen als auch in den negativen Bereich rutschen könnten. Bereits gegebene Garantien sollen jedoch auch weiterhin eingehalten werden. Zudem sei auch nicht damit zu rechnen, dass ein Lebensversicherer zusammenbrechen werde.

Faulhaber warnte vor einem weiteren ungebremsten Aufbau der Zinszusatzreserve (ZZR), deren Zweck in der Absicherung der Garantien liegt. Im vergangenen Jahr musste diese Reserve um 16 Milliarden Euro auf 60 Milliarden Euro erhöht werden. Im laufenden Jahr sollen, sofern die Politik nicht einschreitet, weitere 20 Milliarden hinzukommen.

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